Prof. Monika Grütters MdB, Staatsministerin für Kultur und Medien, Landesvorsitzende der CDU Berlin |
 




   
Übersicht | Drucken
05.11.2007

Berlins Wissenschaftspolitiker im Bundestag unterstützen das Naturkundemuseum

Am 5.11.2007 trafen sich die Berliner Bundestagsabgeordneten im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung (BFuT), Swen Schulz (SPD) und Monika Grütters (CDU/CSU) mit dem Direktor des Naturkundemuseums, Prof. Dr. Reinhold Leinfelder. Gemeinsam hatten sich die Abgeordneten für die Aufnahme des Hauses in die so genannte Blaue Liste der Wissenschaftsgemeinschaft Leibnitz-Gemeinschaft (WGL) eingesetzt, die die Arbeit herausragender Forschungseinrichtungen in Deutschland fördert. Dies scheint nun in greifbare Nähe gerückt.


Prof. Monika Grütters, MdB, Prof. Dr. Reinhold Leinfelder, General- direktor des Museums für Naturkunde und Swen Schulz, MdB (v.l.n.r.)

Am 19. November 2007 tagt eine Bund-Länder-Kommission, die darüber entscheidet. Bereits zur Eröffnung der neuen Ausstellung im sanierten öffentlichen Besuchertrakt des Museums am 13. Juli 2007 äußerte sich Bundesbildungsministerin Annette Schavan zuversichtlich: „Das Museum für Naturkunde gehört zu den überregional bedeutsamen Forschungsstätten Deutschlands…. Wir wollen noch in diesem Jahr zwischen Bund und Ländern eine Vereinbarung schließen und ein konkretes Datum für den Eintritt des Hauses in die Leibniz-Gemeinschaft festlegen.“ 

So folgerichtig diese Entscheidung erscheinen mag, war sie doch lange Zeit nicht denkbar. Bereits 1996 hatte der Wissenschaftsrat die Aufnahme des Naturkundemuseums auf die Blaue Liste empfohlen. Jedoch erst mit der Sanierung des Ausstellungstraktes und der laufenden Wiederherstellung des kriegszerstörten Ostflügels aus Mitteln der Hochschulbauförderung wurde eine der Voraussetzungen dafür geschaffen. Einrichtungen mit derartigem Investitionsrückstand werden nicht in die Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen, da deren Mittel ausschließlich zur Förderung der Forschungsarbeit dienen.


Kriegszerstörter Ostflügel des Naturkundemuseums im Wiederaufbau

Zudem verhinderte das „Omnibusprinzip“ der Leibniz-Förderung bislang die Berücksichtigung des Museums: Nur wenn eine Einrichtung die Gemeinschaft verlässt, wird ein neues Institut aufgenommen. Dies ist nun der Fall: Der Berliner Elektronenspeicherring „Bessy“ und das Hahn-Meitner-Institut werden als Großforschungseinrichtungen Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren und scheiden damit aus der Leibniz-Gesellschaft aus.

„Im Unterschied zu den öffentlich ausgetragenen Konflikten im Bereich der Kultur, die der Regierende Kultursenator Wowereit mit seinen lautstarken Forderungen an den Bund provoziert, verläuft die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Wissenschaften zwischen Bundesbildungsministerin Annette Schavan und dem Land Berlin effizient und geräuschlos . Eine Aufnahme des Naturkundemuseums in die Leibniz-Gemeinschaft und der Wechsel von Bessy II und HMI in die Helmholtz-Gemeinschaft bedeuten für Berlin dauerhaft eine finanzielle Entlastung in weitaus höherer Größenordnung als beispielsweise die Übernahme der Sanierungskosten für die Staatsoper“, bewertete Monika Grütters als Berliner Bundestagsabgeordnete diese Aussicht.


In der "Nasssammlung" des Museums mit mehr als einer Million Objekten in 257'000 Gläsern mit ca. 87'000 Litern Alkohol.

Gemeinsam wollen die beiden Berliner Wissenschaftspolitiker allen Mitgliedern des Bundestagsausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung den Stellenwert der Forschungsarbeit im Naturkundemuseum mit einem Besuch des Hauses verdeutlichen. Mehr als 30 Millionen Sammlungsobjekte beherbergt das Institut, darunter die die größten deutschen Sammlungen zur Zoologie, zur Paläontologie und zur Mineralogie. Ihr internationaler Wert wird vor allem an fossilen Sammlungsobjekten wie dem Berliner Exemplar des Urvogels Archaeopteryx augenscheinlich. Mit Forschern aus aller Welt tauscht das Haus in Berlin Objekte und Forschungsergebnisse aus, so dass es mittlerweile international zu den Fünf größten seiner Art gehört.

Weitere Informationen zum Thema:

   
News-Ticker



Newsletter abonnieren
Bleiben Sie stets auf dem Laufenden!
Ihre E-Mail Adresse:

 
0.30 sec. | 55663 Views