Prof. Monika Grütters MdB, Staatsministerin für Kultur und Medien, Landesvorsitzende der CDU Berlin |
 




   
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02.07.2007

Gesprächsrunde mit dem Arbeitskreis Kultur der CDU Berlin-Mitte

Am 2. Juli 2007 lud Florian Schwanhäußer, Leiter des Arbeitskreises Kultur beim CDU-Kreisverband Berlin-Mitte,
zum Gespräch mit Prof. Monika Grütters, MdB, unter der Fragestellung „Berlin – Hauptstadt der Kultur oder gar Kulturhauptstadt?“ in den Spiegelsaal von Clärchens
Ballhaus ein.

Themen des Abends waren der Hauptstadtkulturvertrag,
die Staatsoper Berlin, die Frage nach einer Kunsthalle für zeitgenössische Werke und die Zukunft des Schlossplatzes. Nach einer kurzen Schilderung der kulturpolitischen Auf-
gaben des Bundes und der Herausforderung für Berliner Bundestagsabgeordnete, Kulturmaßnahmen in und für die Hauptstadt auf dieser Ebene zu erreichen, stellte sich
Monika Grütters den Fragen Florian Schwanhäußers
und seiner Gäste.


 

Zum Hauptstadtkulturvertrag
„Wer Deutschlands Zukunft will, muss mit der Kultur be-
ginnen“, zitierte Monika Grütters den ehemaligen Kultur-
minister Frankreichs, Jaques Lang, zu diesem Thema.
Grundsätzlich gelte in Deutschland die Kulturhoheit der
Länder. Der Bund wolle seine Kulturpolitik auch nicht auf Kosten des Föderalismus entfalten. Aufgrund der Geschichte konzentrierten sich Kulturgüter und -zeugnisse in der Hauptstadt jedoch weitaus stärker als in der restlichen Republik. Monika Grütters verwies auf die Zeit des National-
sozialismus und der deutsch-deutschen Teilung als Beispiele dafür, dass etliche Aufgaben in der Hauptstadt über die Kulturverantwortung des Landes hinausgehen. Der nationalen Bedeutung vieler Einrichtungen oder Ereignisse in Berlin und ihrer internationalen Ausstrahlung werde mit dem Hauptstadt-
kulturvertrag Rechnung getragen, der die Finanzierung einzelner Einrichtungen durch den Bund regelt. Umstritten sei unter den Kulturpolitikern auf Bundesebene jedoch der Rang Berlins als Kulturhauptstadt Deutschlands. Monika Grütters verteidigt die Kulturhauptstadt Berlin uneingeschränkt: „Das Ansehen der Hauptstadt Berlins bestimmt die internationale Wahrnehmung des Kulturlebens in Deutschland.“ Daher sollten die anderen Bundesländer in Berlin keine Konkurrenz, sondern einen Gewinn für das ganze Land sehen. Das alte europäische Modell der kulturell strahlenden Hauptstadt hat sich ihrer Meinung nach in Berlin trotz aller historischen Brüche als unverwüstlich erwiesen.


 

Zur Staatsoper Berlin bzw. der Berliner Opernstiftung
Klar sprach sich Monika Grütters für den Erhalt der Berliner Opernstiftung aus. Die derzeit prekäre Situation der Stiftung sei Geburtsfehlern bei ihrer Gründung durch das Land Berlin und seiner rot-roten Regierung geschuldet. Neben der viel zu geringen Finanzausstattung kritisierte die Abgeordnete die drittklassige Besetzung des Stiftungsrates sowie die fehlende Zweckbindung von jährlich ca. 20 Millionen Euro Bundesmitteln, die nicht wie vorgesehen in den Kulturetat und die Opern, sondern in den allgemeinen Berliner Landeshaushalt geflossen seien.

Die Stiftung dieser drei hervorragenden Opernhäuser sei weltweit eine einzigartige Kooperation, die mit Unterstützung des Bundes auch unter dem Aspekt, bundesweit Modell-
charakter zu entwickeln, ins Leben gerufen wurde. Im Interesse der einzelnen Häuser hielt sie es für sinnvoller, wenn sich der Bund anteilig an der Stiftungsfinanzierung beteiligen würde, statt die Staatsoper ganz in Bundesverantwortung zu übernehmen. Wie hervorragend und erfolgreich das Stiftungsmodell sein könne, zeige das Beispiel der Berliner Philharmoniker.

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