Prof. Monika Grütters MdB, Staatsministerin für Kultur und Medien, Landesvorsitzende der CDU Berlin |
 




   
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28.03.2007

Zeitzeugenpreis Berlin-Brandenburg 2006/2007

„Schreiben Sie Ihre Geschichte!“ Unter diesem Motto hatte der Berliner Frieling-Verlag Bürgerinnen und Bürger zum zweiten Mal aufgerufen, sich am Zeitzeugenpreis Berlin-Brandenburg zu beteiligen. Die Beiträge sollten Erinnerungen an das Alltagsleben in der Region aus der Zeit von 1950 bis 1965 beschreiben. Anliegen des Wettbewerbs ist es, die Alltagsgeschichte dieser Zeit durch authentische Erlebnisse der Zeitzeugen lebendig werden zu lassen und ihre Erzählungen der Nachwelt zu überliefern.

Dazu veröffentlicht der Verlag eine Anthologie mit den besten Arbeiten des Wettbewerbes unter dem Titel „Zeitzeugen schreiben Geschichte(n)“. Am 28. März 2007 fand die Auszeichnung der prämierten Wettbewerbsbeiträge statt. Auch Prof. Monika Grütters würdigte als Jury-Mitglied die Preisträger.


Prof. Monika Grütters, MdB, Peter Reusse, Träger des Sonderpreises, und Verleger Dr. Johann-Friedrich Huffmann, (v.l.n.r.)
© Frieling Verlag Berlin/Fotograf Jan Röhl

Folgende Beiträge schlug sie zur Auszeichnung vor: „Der Text Angeeckt beschreibt die kritisch-distanzierte Perspektive einer Kindheit in einer systemkritischen Musiker- und Pastorenfamilie der DDR. Ohne politisch werten zu wollen, meine ich, dass 18 Jahre nach der Wende die Reflexion über die damaligen Verhältnisse zu einem gewinnbringenden Zeitzeugentext gehören muss. Daher schlage ich den Text Angeeckt, auch wegen seiner sprachlichen Wirkung, zur Auszeichnung vor.

Ebenfalls gut ist der Text Fräulein Erfurth und die Nähmaschine. Die Umstände des ‚Sich- Absetzens- in- den- Westen’, wie es Fräulein Erfurth tut, sind anhand des Nähmaschinen- Transportes gut veranschaulicht. Daher ist dieser Text für mich eben-falls auszeichnungswürdig.

Mit Abstand am besten liest sich jedoch die Geschichte vom Gaskopp. Sie ist so kurz, prägnant, spannend und professionell geschrieben - und handelt zudem von der spektakulären Flucht durch einen Tunnel aus dem eingemauerten Ost-Berlin -, dass er konkurrenzlos der beste aller von mir gelesenen Texte ist.“

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Juroren und Preisträger des Wettbewerbes
© Frieling Verlag Berlin/Fotograf Jan Röhl

Den ersten Preis erhielt die Erzählung Angeeckt von Angelika van der Borght aus Oranienburg. Bernhard Drewitz aus Schulzendorf belegte mit seiner Geschichte Die Grenze den zweiten Platz. Als dritter Preisträger wurde Eginhard Teichmann, der heute in Mannheim lebt, für seinen Beitrag Fräulein Erfurth und die Nähmaschine ausgezeichnet. Einen Sonderpreis vergab der Verlag an Peter Reusse für die herausragende Erzahlung Gaskopp. Da der Text bereits zuvor veröffentlicht wurde, entsprach er nicht mehr ganz Wettbewerbsvorgaben.   

Insgesamt waren mehr als 120 Freizeit-Autoren dem Aufruf gefolgt und hatten sich mit einer Geschichte am Wettbewerb beteiligt. Die meisten Autoren kamen aus Berlin, viele aus Brandenburg, einige aber auch aus Köln, Lübeck oder Mannheim. Sogar aus den USA wurde eine Arbeit eingereicht. Vom Atomingenieur bis zum Taxifahrer kamen die Autoren aus vielen verschiedenen Berufen. Da es außer dem Zeitabschnitt keine thematischen Vorgaben gab, handelten die Beiträge von Kindheitserinnerungen über das Leben in Ost und West und den Mauerbau bis hin zu Fluchtgeschichten.

   
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