Prof. Monika Grütters MdB, Staatsministerin für Kultur und Medien, Landesvorsitzende der CDU Berlin |
 




   
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25.02.2016
Parlamentarischer Abend des KDFB-Katholischer Deutscher Frauenbunds

Am 25. Februar sprach Monika Grütters beim parlamentarischen Abend des Katholischen Deutschen Frauenbunds. Auf Einladung der KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth MdB hatten sich 30 Abgeordnete und weitere KFDB-Frauen in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft eingefunden, um in einer geselligen Runde der Rede von Monika Grütters zu lauschen. Nach einer herzlichen Begrüßung durch Maria Flachsbarth sprach Monika Grütters zur Rolle von Kunst und Kultur für Integration.
Hier ein Auszug der Rede von Monika Grütters: 
 
„Die Frage danach, wer Teil unseres Landes, Teil der deutschen Gesellschaft ist - und wer es werden kann, ist die Frage der Stunde. Die Bilder der erschreckenden Vorfälle mit grölenden Menschen in Clausnitz überschatten das, was Tausende ehrenamtliche Helferinnen und Helfer über Monate hinweg mit ihrer Arbeit und ihren Willkommens-Gesten leisten. Die Losung „Refugees welcome - Flüchtlinge willkommen“ darf daran keinen Schaden nehmen.


Monika Grütters mit Maria Flachsbarth, Präsidentin des KDFB.

Wir müssen Antworten finden, wie Männer und Frauen mit unterschiedlichen ethnischen, kulturellen und religiösen Wurzeln in unserer Gesellschaft Fuß fassen können - wie sie Teil der deutschen Bevölkerung werden. Und wir müssen blindem Hass und Fremdenfeindlichkeit Menschlichkeit und Solidarität entgegensetzen. Damit die Menschen, die vor Krieg und Terror nach Deutschland geflüchtet sind, hier so etwas wie eine zweite Heimat finden. 
 
Auch Kunst und Kultur können - und müssen - dazu beitragen, dass sich die Menschen, die mit nichts als ihrer Hoffnung nach Deutschland kommen, hier aufgehoben und angenommen fühlen. Das „Interkulturbarometer“ belegte bereits 2012, dass Menschen mit Migrationshintergrund ihre Lebenssituation in Deutschland vor allem dann als positiv empfinden, wenn sie in das kulturelle Geschehen vor Ort eingebunden sind. Integration ist daher auch eine Aufgabe der Kulturpolitik.

Die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien finanziert zum Beispiel das schon erfolgreiche Projekt der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und des Deutschen Historischen Museums: „Multaka“ ist Arabisch und bedeutet „Treffpunkt“. Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak, die an dem Projekt teilnehmen, erhalten eine kunsthistorische und didaktische Schulung, um anschließend ihre Landsleute durch die Museen zu führen - auf Arabisch. Die Kulturinstitutionen werden so zum Treffpunkt für Geflüchtete und andere arabisch-sprachige Berlinerinnen und Berliner. Die Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur z.B. im Museum für Islamische Kunst stärkt die Verbindung der Flüchtlinge zu ihrem eigenen Kulturerbe. Sie öffnet aber auch den Blick für die Geschichte Deutschlands - etwa bei Führungen durch das Deutsche Historische Museum.
 
Weil kulturelle Teilhabe einer Orientierungs- und Perspektivlosigkeit entgegen wirken kann, bemühen wir uns außerdem darum, dass Flüchtlinge im Rahmen der Integrationskurse auch Kultureinrichtungen vor Ort besuchen können. Diese gemeinsamen Kultur-Erfahrungen machen das deutsche Alltagsleben, unsere Rituale und Gewohnheiten, aber auch unsere Geschichte für die Ankommenden erlebbar - und gehen über die theoretischen Darstellungen in den Integrationskursen hinaus.
 
Als Christinnen und Christen sollten wir es nicht zulassen, dass Religion und Glaube in die Abgeschiedenheit des rein Privaten verdrängt werden. Wir sollten vielmehr den Mut haben, uns auch unter Andersdenkenden öffentlich selbstbewusst zu christlichen Werten und Überzeugungen zu bekennen. Dass zu diesen christlichen Werten auch die Freiheit der Kunst gehört, haben wir spätestens mit der kulturpolitischen Erklärung „Die Kraft der Vielstimmigkeit“ des Zentralkomitees der deutschen Katholiken deutlich gemacht. Ich stehe dazu: Wir können und müssen unseren Standpunkt als katholische Christinnen und Christen in einer dynamischen, offenen Gesellschaft mit Selbstbewusstsein vertreten. Und wir haben manche Zumutungen, die die Freiheit der Kunst mit sich bringt, nicht zu fürchten.
 
Ich hoffe, dass wir in diesem Sinne, mit Hilfe der verbindenden Kraft von Kunst und Kultur und in dem Bewusstsein unserer kulturellen und religiösen Identität, den Herausforderungen der Integration in einer menschlichen, würdevollen Weise begegnen werden.“
   
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