Prof. Monika Grütters MdB, Staatsministerin für Kultur und Medien, Landesvorsitzende der CDU Berlin |
 




   
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02.12.2016
Monika Grütters ist neue Landesvorsitzende der CDU Berlin

Am Freitag, 02. Dezember 2016, trat der Kleine Landesparteitag der CDU Berlin zusammen, um eine Nachfolgerin für den scheidenden Landesvorsitzenden Frank Henkel zu wählen. Mit einem guten Ergebnis von knapp 82 Prozent wählte der Parteitag Monika Grütters zur neuen Vorsitzenden und Stefan Evers zum neuen Generalsekretär.


 
In ihrer Rede stellte sich Monika Grütters den Delegierten als leidenschaftliche Wahlberlinerin vor, die die Partei zusammenbringen, die Mitglieder stärken und der rot-rot-grünen Koalition mit eine Alternative der bürgerlichen Mittel gegenüberstellen will. 

Die Rede von Monika Grütters wird im Folgenden dokumentiert:

Anrede,

Nach 37 Jahren Parteimitgliedschaft mit Höhen und Tiefen, nach 37 Jahren politischer Heimatverbundenheit in guten wie in schlechten Zeiten in meiner CDU halte ich es mit Max Frisch:

„Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“

In diesem Sinne begrüße ich Sie und Euch alle sehr herzlich zu einem produktiven Landesparteitag!

Liebe Freunde, lasst uns offen reden. Wir kommen ja nicht um die bittere Erkenntnis herum: Mit dem Wahlergebnis vom September sind wir leider auf einem Tiefpunkt angekommen. Da gibt es nichts schön zu reden.

17,6 Prozent, das ist ein Debakel.

17,6 Prozent, das ist eine Zäsur, die kein „Weiter so“ erlaubt.

Ich weiß, dass viele von uns traurig sind. Und ich gestehe Ihnen: ich bin es auch. Ich weiß, dass das Wahlergebnis für viele ein große, große Enttäuschung war – und ich gestehe: für mich auch. Es kommt jetzt darauf an, dass wir uns nüchtern damit auseinandersetzen, ohne uns gegenseitig Vorwürfe zu machen. Und wir können uns auch einen jahrelangen Streit wie nach 2001 nicht leisten.

Natürlich müssen wir uns mit uns selbst beschäftigen und uns fragen, warum das Ergebnis so mies war. Wir sollten das aber nicht (immer) in der Öffentlichkeit tun – das gilt für alle Ebenen der Partei. Davon haben immer nur die Anderen etwas. Wir müssen uns besinnen, in Teilen erneuern. Wir dürfen uns einer schwierigen Diskussion nicht verschließen. Wir stellen uns der innerparteilichen -, aber auch der Kritik von außen. Wir werden zuhören, und wir werden daraus lernen. Lasst uns dabei vor allem respektvoll miteinander umgehen, lasst uns fair und anständig miteinander sein. Dafür stehe ich. Diesen Stil wünsche ich mir für uns alle.

Heute sind wir zusammengekommen, um mit Selbstvertrauen, mit viel Kraft und Energie wieder auf die Beine zu kommen. Deshalb ist es mir eine Ehre, heute hier für den Landesvorsitz zu kandidieren.

Klar, das ist auch eine Herausforderung. Die Rahmenbedingungen auch innerparteilich sind nicht gerade komfortabel: Wir stehen vor Wahlen in den Orts- und Kreisverbänden, und wir haben demnächst die Liste für den Bundestag aufzustellen. Das sorgt immer und diesmal ganz besonders durchaus für Unruhe. Und nach all dem müssen wir im Juni dann schon wieder wählen, diesmal mit einem Großen Parteitag, auf dem der gesamte Landesvorstand neu zusammengesetzt wird. Die nächsten sieben Monate bis dahin werden also sicher kein Partei-Spaziergang…

Und dennoch: Wenn ich heute „Ja“ sage zur CDU Berlin und zum verantwortungsvollsten und gerade jetzt, nach einem desaströsen Wahlergebnis, zum sicherlich auch anspruchsvollsten Amt hier, dann kommt mir zuallererst mein „Ja“ zu Berlin wieder in den Sinn - ein „Ja“, das einst genauso aus ganzem Herzen kam wie die Entscheidung, mich heute zur Wahl für den Landesvorsitz zu stellen.

 Ziemlich genau 28 Jahre ist es her, und doch ist mir dieses Bild bis heute präsent: Als Bonner Studentin war ich auf Berlin-Besuch und stand auf einer Autobahnbrücke, unter mir rauschte sechsspurig der Großstadtverkehr, ein Gewirr aus Schienen und Oberleitungen verlor sich im Nebelgrau eines Februartags zwischen Plattenbauten und Gewerbegebäuden, und rundherum bis zum Horizont - nichts als Berlin. In seiner Ausdehnung, in seiner Betriebsamkeit, in seiner unüberschaubaren Vielfalt an Möglichkeiten war Berlin für mich immer der Inbegriff der Metropole, und ausgerechnet auf dieser hässlichen Autobahnbrücke war mir klar:

Hier will ich leben! Ich muss nach Berlin.

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